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Immobilie als Kapitalanlage: Was Anleger 2025 wissen müssen

Wer sein Geld auf dem Tagesgeldkonto parkt, verliert real an Kaufkraft. Wer in ETFs investiert, akzeptiert Schwankungen. Und wer eine Immobilie kauft? Der bekommt etwas Handfestes, Vermietbares, Steuerbegünstigtes. Kein Wunder, dass vermietete Wohnungen seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Anlageformen in Deutschland zählen. Doch ob sich der Kauf heute wirklich lohnt, hängt von mehr ab als nur vom Bauchgefühl.

Warum Immobilien wieder interessanter werden

Nach der Zinskorrektur ab 2022 und dem darauffolgenden Preisrückgang auf breiter Front hat sich der Markt merklich beruhigt. Wer jetzt kauft, trifft auf ein deutlich günstigeres Preisniveau als auf dem Hochpunkt 2021/2022. Gleichzeitig steigen die Kaufpreise laut einer Auswertung des Instituts für Wirtschaft (IW) im Jahr 2025 wieder moderat an, im Schnitt um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Alle acht ausgewerteten Preisindizes verzeichneten im dritten Quartal 2025 einen Anstieg zwischen 0,17 und 0,98 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Das ist kein Boom, aber ein klares Signal: Der Markt dreht. Wer sich jetzt positioniert, kauft möglicherweise noch knapp vor der nächsten Aufwärtsbewegung. Zum Vergleich: Zwischen 2010 und 2022 verteuerten sich Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser bundesweit um rund 94 Prozent. Eine solche Dynamik erneut zu erwarten, wäre unrealistisch. Aber moderate, stetige Wertsteigerungen sind bei solider Lage und gutem Objekt durchaus realistisch.

Mietrendite: Die Zahl, die wirklich zählt

Viele Einsteiger schauen zuerst auf den Kaufpreis. Profis schauen auf die Rendite. Die durchschnittliche Brutto-Mietrendite lag in den 50 größten deutschen Städten im ersten Halbjahr 2025 bei 4,01 Prozent. Das klingt solide, ist aber nur ein Mittelwert, hinter dem sich enorme regionale Unterschiede verbergen.

Wer ausschließlich auf die großen Metropolen setzt, wird enttäuscht: München kommt auf 3,08 Prozent, Hamburg auf 3,03 Prozent. Hohe Kaufpreise fressen die Rendite auf. Anders sieht es in sogenannten B-Städten aus. Chemnitz bietet Brutto-Mietrenditen von 5,85 Prozent, Hagen von 5,17 Prozent. Wer bereit ist, über die Grenzen der Großstädte hinauszudenken, findet deutlich attraktivere Einstiegsmöglichkeiten.

Gerade mittelgroße Städte mit stabiler Wirtschaftsstruktur rücken deshalb stärker ins Blickfeld. Wer etwa eine Anlageimmobilie im Raum Stuttgart sucht, sollte umliegende Städte nicht außer Acht lassen. Ein erfahrener Immobilienmakler in Backnang kann dabei helfen, Objekte mit echtem Renditepotenzial zu identifizieren, die Großstadtmakler schlicht nicht im Angebot haben.

Steuerliche Vorteile clever nutzen: Das Wachstumschancengesetz

Wenig bekannt, aber hochrelevant: Das Wachstumschancengesetz hat die steuerlichen Rahmenbedingungen für Immobilieninvestoren spürbar verbessert. Im Kern geht es um die degressive Abschreibung für Abnutzung, kurz AfA, für Wohngebäude.

Konkret: Wer zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 30. September 2029 eine Immobilie baut oder kauft, kann in den ersten sechs Jahren jährlich 5 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten steuerlich geltend machen. Das klingt technisch, hat aber enormen praktischen Effekt. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro (Gebäudeanteil) sind das 15.000 Euro jährlich, die direkt die steuerliche Bemessungsgrundlage senken. Gerade in den ersten Jahren der Investition, wenn noch keine großen Einnahmen fließen, ist das ein erheblicher Vorteil.

Zum Vergleich: Die bisherige lineare AfA lag bei 2 bis 3 Prozent jährlich, je nach Baujahr. Der Unterschied ist also nicht marginal, sondern substanziell. Wer plant, eine Anlageimmobilie zu erwerben, sollte dieses Zeitfenster aktiv einplanen.

Was bei der Steuerplanung sonst noch zählt

  • Schuldzinsen für das Immobiliendarlehen sind als Werbungskosten absetzbar, solange die Immobilie vermietet ist.
  • Renovierungs- und Instandhaltungskosten mindern ebenfalls die steuerpflichtige Einnahme.
  • Nach zehn Jahren Haltedauer ist der Verkaufsgewinn für Privatpersonen steuerfrei, sofern die Immobilie nicht selbst genutzt wurde.
  • Abschreibungen für Möbel oder Einbauküchen können separat geltend gemacht werden.

Eine solide Steuerberatung ist bei Anlageimmobilien kein Luxus, sondern Pflicht. Die richtige Strukturierung kann die Nettorendite deutlich verbessern.

ESG und Energieeffizienz: Der blinde Fleck vieler Anleger

Energetisch sanierungsbedürftige Altbauten wirken auf den ersten Blick attraktiv: günstiger Kaufpreis, hohe Rohrendite. Doch wer genauer rechnet, erkennt das Risiko. Durch den steigenden CO₂-Preis und verschärfte Klimaregeln werden schlecht gedämmte Gebäude für Kapitalanleger zunehmend zur Kostenfalle.

Der CO₂-Preis lag 2021 noch bei 25 Euro pro Tonne. Bis 2025 ist er auf 55 Euro gestiegen. Wer als Vermieter einen Teil dieser Kosten trägt, sieht seine Rendite direkt schrumpfen. Und das ist erst der Anfang: Die EU hat klare Zielvorgaben für die Energieeffizienz des Gebäudebestands formuliert.

Was heißt das praktisch? Ein Objekt mit Energieeffizienzklasse G oder H kann heute günstig erscheinen, birgt aber mittelfristig erheblichen Investitionsbedarf. Potenzielle Käufer sollten den Energieausweis nicht als lästige Formalität behandeln, sondern als zentralen Faktor bei der Kaufentscheidung. Wer in ein gut gedämmtes Objekt oder eine Neubauwohnung investiert, zahlt mehr, spart aber auf der Kostenseite und bleibt regulatorisch zukunftssicher.

Checkliste: Energetische Mindeststandards für Kapitalanleger

  • Energieausweis anfordern und Effizienzklasse prüfen (Ziel: mindestens Klasse C oder D)
  • Sanierungskosten für schlechtere Klassen realistisch einkalkulieren
  • CO₂-Kostenaufteilung im Mietvertrag klar regeln
  • Förderprogramme der KfW für energetische Sanierung prüfen

Standort schlägt alles: So wählt man richtig

Es gibt eine Faustregel, die seit Jahrzehnten gilt: Lage, Lage, Lage. Sie ist nicht falsch, aber zu unscharf. Was macht eine gute Lage für einen Kapitalanleger aus? Nicht unbedingt die teuerste Adresse, sondern die stabilste Nachfrage.

Entscheidend sind unter anderem die Leerstandsquote im Umfeld, die Entwicklung der Bevölkerungszahl, die Qualität der Infrastruktur sowie die Wirtschaftskraft der Region. Städte mit Hochschulen, bedeutenden Arbeitgebern oder einer gesunden Mischung aus Mittelstand und Industrie bieten oft langfristig stabilere Vermietungssituationen als trendige, aber überhitzte Metropolbezirke.

Außerdem gilt: Wer lokal investiert, hat Vorteile. Die Immobilie lässt sich besser einschätzen, Handwerker sind schneller erreichbar, und der Kontakt zu Mietern ist unkomplizierter. Fernkäufe ohne lokale Kenntnisse sind zwar möglich, erfordern aber deutlich mehr Vertrauen in externe Verwalter.

Eigenkapital, Finanzierung und der richtige Zeitpunkt

Wie viel Eigenkapital braucht man? Die Antwort der meisten Experten: mindestens 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises, dazu die Nebenkosten aus eigener Tasche. Grunderwerbsteuer, Notar, Makler und Grundbucheintrag summieren sich je nach Bundesland auf 9 bis 15 Prozent des Kaufpreises. Wer das mitfinanziert, erhöht seine Zinsbelastung und drückt die Rendite.

Die Zinsen haben sich nach dem Hochpunkt 2023 wieder leicht entspannt, liegen aber immer noch deutlich über dem Niveau von 2020. Das bedeutet: Die Rechnung muss heute sorgfältiger aufgehen als früher. Positive Cashflow, also wenn die Mieteinnahmen die monatliche Rate übersteigen, ist bei vielen Objekten in Ballungszentren kaum noch erreichbar. In mittelgroßen Städten mit vernünftigen Kaufpreisen aber schon.

Ein einfacher Plausibilitätstest: Wenn die Jahreskaltmiete weniger als 4 Prozent des Kaufpreises beträgt, ist das Objekt für eine renditeorientierte Anlage in der Regel zu teuer. Bei 4 bis 5 Prozent bewegt man sich im soliden Bereich, darüber lockt die Rendite, erfordert aber erhöhte Sorgfalt bei der Lageprüfung.

Eine Immobilie als Kapitalanlage ist kein passives Investment, das sich von selbst trägt. Es braucht Planung, Marktkenntnis und den Mut, auch abseits bekannter Namen nach attraktiven Standorten zu suchen. Wer diese Hausaufgaben macht, findet in der Anlageklasse Immobilie auch 2025 eine der robustesten Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen und gleichzeitig von steuerlichen Vorteilen zu profitieren.