Google for Jobs: Stellenanzeigen mit JobPosting-Markup ausspielen
Stellenanzeigen erscheinen in den Jobergebnissen von Google nicht durch Bezahlung, sondern durch strukturierte Daten. Wer das JobPosting-Markup korrekt ausliefert, erreicht Bewerber, die weder eine Jobbörse noch die eigene Karriereseite angesteuert hätten. Dieser Beitrag nennt die erforderlichen und empfohlenen Eigenschaften, die Inhaltsrichtlinien und die Fehler, an denen Anzeigen regelmäßig scheitern.
Inhalt dieses Beitrags
- Wie gelangen Stellenanzeigen in die Jobergebnisse von Google?
- Welche Eigenschaften des JobPosting-Markups sind erforderlich?
- Welche Angaben sind empfohlen und warum lohnen sie sich?
- Welche Inhaltsrichtlinien gelten für die Jobsuche?
- Wie lässt sich die Ausspielung prüfen?
- Welche Fehler kosten Bewerber trotz korrektem Markup?
- Wann reicht Google for Jobs allein nicht aus?
Wie gelangen Stellenanzeigen in die Jobergebnisse von Google?
Befund: Voraussetzung ist ein JobPosting-Markup nach schema.org auf einer eigenen Seite je Stelle.
Die Jobergebnisse ziehen ihre Inhalte aus strukturierten Daten, die Arbeitgeber auf ihrer eigenen Website hinterlegen. Erkannt wird das Markup beim regulären Crawling. Eine Buchung oder Anmeldung ist nicht vorgesehen, eine Platzierung lässt sich nicht kaufen.
Entscheidend ist die Seitenstruktur. Das Markup gehört auf die Einzelseite einer konkreten Stelle, nicht auf eine Übersichtsseite mit mehreren Angeboten. Betriebe, die alle offenen Stellen auf einer einzigen Karriereseite auflisten, erfüllen die Voraussetzung nicht. Jede Stelle braucht eine eigene URL mit eigener Beschreibung. Welche Angaben diese Seite tragen muss, gibt Google vor.
Welche Eigenschaften des JobPosting-Markups sind erforderlich?
Befund: Fünf Eigenschaften sind Pflicht, eine sechste kommt bei gesetzter Bewerbungsfrist hinzu.
Erforderlich sind datePosted als ursprüngliches Veröffentlichungsdatum im ISO-8601-Format, description als vollständige Stellenbeschreibung in HTML mit Absatzumbrüchen, hiringOrganization mit dem Namen des Arbeitgebers, jobLocation mit vollständiger Adresse einschließlich Länderangabe und title als Jobtitel.
Wird eine Bewerbungsfrist genannt, muss validThrough im selben Datumsformat gesetzt sein. Für den Jobtitel gilt eine Einschränkung, die häufig übersehen wird: Er darf keine internen Codes, keine Adressen und keine Gehaltsangaben enthalten. Eine Ausschreibung mit dem Titel "Elektroniker m/w/d, Kennziffer 4711, 48 000 Euro" verletzt diese Vorgabe. Über die Pflichtfelder hinaus bestimmen die empfohlenen Angaben, wie gut eine Anzeige gefunden wird.
Welche Angaben sind empfohlen und warum lohnen sie sich?
Befund: Die empfohlenen Eigenschaften steuern die Filter, über die Bewerber die Ergebnisliste einschränken.
Empfohlen sind baseSalary mit Währung und Bezugseinheit von Stunde bis Jahr, employmentType mit Werten wie Vollzeit, Teilzeit oder Befristung, identifier als eigene Kennzeichnung, directApply für den direkten Bewerbungsweg sowie jobLocationType und applicantLocationRequirements für Telearbeit.
Der praktische Nutzen liegt in der Filterung. Wer nach Teilzeit in einem bestimmten Umkreis sucht, sieht nur Anzeigen, die diese Angaben tragen. Eine Stelle ohne employmentType fällt aus dem Filter heraus, obwohl sie passt. Dasselbe gilt für die Gehaltsangabe, die in der Ergebnisliste sichtbar ausgewiesen wird und die Klickentscheidung beeinflusst. Im Beta-Stadium befinden sich zwei weitere Angaben.
Welche Inhaltsrichtlinien gelten für die Jobsuche?
Befund: Google verlangt vollständige Beschreibungen, aktive Stellen und eine tatsächliche Bewerbungsmöglichkeit.
Die Richtlinien schließen abgelaufene Ausschreibungen aus, ebenso irreführende Darstellungen, als Anzeigen getarnte Inhalte und jede Form der Zahlungsaufforderung an Bewerber. Verlangt wird außerdem grammatikalisch korrekter Inhalt.
Der am häufigsten verletzte Punkt ist die abgelaufene Stelle. Viele Betriebe entfernen besetzte Positionen nicht oder lassen die Seite mit einem Hinweis stehen. Richtig ist, das Markup zu entfernen oder validThrough in die Vergangenheit zu setzen. Eine dauerhaft offene Sammelanzeige ohne konkrete Stelle erfüllt die Richtlinien ebenfalls nicht. Wer die Vorgaben einhält, sollte die Ausspielung anschließend prüfen.
Wie lässt sich die Ausspielung prüfen?
Befund: Fehler im Markup werden sichtbar, bevor die Anzeige ausgespielt wird.
Google stellt für strukturierte Daten ein Testwerkzeug bereit, das fehlende Pflichtfelder und Formatfehler meldet. In der Search Console zeigt ein eigener Bericht, welche Stellenanzeigen erkannt wurden und welche Fehler oder Warnungen anliegen.
Die Unterscheidung zwischen Fehler und Warnung ist wichtig. Ein Fehler verhindert die Ausspielung vollständig, eine Warnung betrifft meist eine fehlende empfohlene Eigenschaft und kostet nur Reichweite. Zwischen Veröffentlichung und erster Ausspielung liegen in der Regel einige Tage, weil die Seite erst gecrawlt werden muss. Wer schneller sein will, meldet die URL in der Search Console zur Prüfung an. Technik allein entscheidet allerdings nicht über den Erfolg.
Welche Fehler kosten Bewerber trotz korrektem Markup?
Befund: Die häufigste Ursache für ausbleibende Bewerbungen ist der Bewerbungsweg, nicht die Anzeige.
Eine technisch einwandfreie Anzeige führt ins Leere, wenn die Bewerbung ein Benutzerkonto, einen Lebenslauf im PDF-Format und zwanzig Pflichtfelder verlangt. Der überwiegende Teil der Aufrufe erfolgt mobil, und mobile Abbruchquoten steigen mit jedem zusätzlichen Schritt.
Praktisch bewährt haben sich ein kurzer Erstkontakt mit wenigen Angaben, die Möglichkeit, ohne Anschreiben zu starten, und eine sichtbare Reaktionszeit. Auf die Klickrate wirken zwei weitere Punkte: ein Jobtitel in der Sprache der Bewerber statt in der internen Stellenbezeichnung und eine Gehaltsangabe, die in der Ergebnisliste erscheint. Diese Reichweite ist ein Kanal von mehreren.
Wann reicht Google for Jobs allein nicht aus?
Befund: Die Jobergebnisse erreichen nur Menschen, die aktiv suchen.
Wer eine Stelle sucht, tippt sie ein und findet die Anzeige. Wer zufrieden beschäftigt, aber wechselbereit ist, sucht nicht und erscheint in dieser Logik nie. Genau diese Gruppe ist in Engpassberufen die größere.
Für sie braucht es Kanäle, die Inhalte ausspielen, ohne dass jemand sie anfordert, wie der Beitrag zur Personalgewinnung über soziale Netzwerke beschreibt. Die Jobergebnisse bleiben dennoch die günstigste Grundausstattung, weil sie nach einmaliger technischer Einrichtung ohne laufende Kosten arbeiten. Wie groß der Bewerbermarkt insgesamt ist, ordnet der Beitrag zum Fachkräftemangel in Deutschland ein.
